Begleitet mich zum…..Legal (R)Evolution in Frankfurt am 23.10.2017

Am 23. und 24.10 fand „the european legaltech expo & congress“ Namens Legal (R)evolution in Frankfurt am Main statt und ich berichte am 23.10  euch live und möglichst real time aus Frankfurt.

Fotos, Videos und Eindrücke findet ihr auch auf twitter unter #legaltech #legal_revolution

Ergänzung am 5.12.- die Videos sowie ein Aftermovie der Messe sind hier abrufbar, die bisher fehlenden Videos werden nach Auskunft der Messeorganisatoren nach und nach noch hochgeladen.

http://legaltechexpo.de

10:05-Es geht los

Dr. Jochen Brandhhoff begrüßt die Anwesenden und eröffnet den Kongress. Der Saal ist voll und es heisst sinngemäß, man wird zukünftig als Jurist nur dann erfolgreich sein, wenn man sich anderen Kompetenzen und Disziplinen gegenüber öffnet. Die Moderation übernimmt Shane Büchler, J.D. LL.M..

 

Quelle: http://legaltechexpo.de


10:15 – Who Owns the Legal Future?

Prof. Dr. R. Alexander Lorz betont die Notwendigkeit und das Bedürfnis nach dem Einzug von interdisziplinärer Zusammenarbeit in die juristische Ausbildung. Ein interessanter Vorschlag als Anregung für die juristischen Fakultäten: die Einführung von Legaltech in Legal Clinics würde zu einer früheren Verbindung zwischen Studierenden und Technologie führen, welches absolut notwendig sei. Dennoch müssten die Grunddisziplinien wie Rechnen, Schreiben und Lesen weiterhin beherrscht sein, denn eine endgültige Entscheidung über Menschen und Individuen dürfe keine Maschine, nur der Mensch selbst treffen.

11:00 Kalle Palling – the Gift of Estonia to the world  E-Residency und E-Government in Estland

Während von den anwesenden Professoren für den Einzug von Legaltech an den Universität plädiert wird, zeigt Kalle Palling wie es in der Praxis bereits erfolgreich funktionieren kann. Estland arbeite als kleines und eigentlich armes Land sehr stark daran, Unternehmen für sich zu gewinnen und habe hierfür seit 2008 auf E-Government und E-Residency gebaut.  Durch den Prozess dank Blockchain, implementiert seit 2012, sei das Land absolut unbürokratisch und höchst effizient geworden. Es sei das Geschenk von Estland für die Welt, eine unkomplizierte Firmengründung aber auch private Lebensweise führen zu können. Abschliessend betont er, dass es   „the Biggest Challenge [sei], to get people to pay for the welfare of others in a Country.“ Der erste Schritt sei hierfür ein transparenteres Steuersystem und Regierung, welches durch E-Government und E-Residency bereits möglich sei.

11:30 Kaffeepause und Networking- aka was noch geschah?

Nach und nach treten Wissenschaftler und Praktiker auf die Bühne, u.a. Dr. Martin Fries von der LMU und Marco Buhleier von ReNoStar GmBH und langsam wird klar: Lehre und Praxis und deren Wünsche gehen in dieselbe Richtung. Die Bildung von Kompetenzen sowie ein grundlegender Sichtwechsel seien erforderlich. Legaltech an den Universitäten sei genauso wichtig wie Mut und eine generelle innovative Einstellung in der Praxis. „The market is changing“ und somit müsse auch Arbeitsweise geändert werden.

Goodiebags und leichtes Mittagessen

12:00 Track B- Smart Contracts and Blockchain by Prof Dr. iur. Heribert M. Anzinger 

Es geht weiter mit Herrn Prof. Dr. iur Heribert M. Anzinger von der Universität Ulm, der zunächst einmal in die historische Entwicklung und den Herkunft von Smart Contacts einführt. Ein praktischer Vergleich zum ersten Verständnis: wie beim Kaugummiautomaten gäbe es nichts anderes, als das Vertrauen in der Maschine und dessen Hersteller, es gibt keine Banken, Regierung, Regulierung und die kleine Erinnerung, dass man als Kind viel Spass daran hatte, auch wenn sie in Deutschland, im Gegensatz zu den USA eher eckig als rund sind/waren. Außerdem führe sich ein Smart Contract selbst aus, wie ein Münzwechselautomat. Es sei vergleichbar mit einem nicht-rechtsfähigen- Verein. Es gäbe keine Garantie der Vertragserfüllung, denn der Contract sei die Garantie selbst. Doch was ist Blockchain und wie funktioniert es? Ist ein Smart Contract gleich einer künstlichen Intelligenz oder umgekehrt?  Is smart contract coded as law or it changes smart contract law? Es sind viele Fragen die noch unbeantwortet bleiben, doch nach dem kurzen Vortrag sollte zumindest jeder eine Vorstellung darüber haben, wie Blockchain und Smart Contracts in der Praxis funktionieren, wo die Vor- und Nachteile liegen. Eine Frage stellt sich jedoch noch: die gesetzgeberische Regulierung von Blockchain in den verschiedenen Rechtsbereichen. Darüber hinaus solle jemand auch Smart Contracts überwachen, damit sie machen was sie müssen und nicht machen was sie nicht sollen. Fakt ist, durch Blockchain und künstlicher Intelligenz werden sich Gesetze ändern müssen, hierbei stellt sich wieder die Frage nach dem Umfang. Abschliessend eine interessante Frage: müssen sich smart contracts dem Gesetzgeber anpassen oder umgekehrt? Prof. Anzinger ist der Meinung, nationale Gesetze fungieren als ein Rahmen für Smart Contracts, die sich in diese implementieren lassen um einen Funktionsrahmen zu bilden. Im Übrigen: Estland ist in der EU, so dass die gesetzliche Regelungen im Bezug zur Digitalisierung auch in Deutschland möglich sein sollten.

14:00 Kartell-, Insolvenz, Due Diligance  und Legaltech von Arvin Arora, inserve GmbH

Der Hype und gleichzeitig die Angst: KI ersetzt die Fachspezialisten. Die Realität: erstmal geht es darum die Überlastung und Routineaufgaben zu automatisieren, damit man sich als Jurist auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann, also eher Unterstützung als Ersetzung. Denn „ein Software allein tut´s [ohnehin] nicht“. Probleme bereiten bereits im Alltag u.a. schon die Daten und derer Unterschiede, sei es durch die Formatierung, aber auch die Inhalte selbst. Darüber hinaus seien bei einem großen Fall, z.B: LKW-Kartell, so viele Akteure involviert, dass eine manuelle Koordinierung kaum noch möglich ist. Ein Plattform oder Legaltech-Anwendung hierbei könne Managementaufgaben abnehmen, um den Datenaustausch zu koordinieren und diese zu ordnen(Datum, Inhalt etc.). Inserve funktioniere hierbei als ein Plattform zwischen den einzelnen Involvierten eines Falles. Hierbei übernehme es nicht nur Prozesse der Digitalisierung und Integration in der Vorbereitungsphase, sondern auch Archivierung und Entsorgung nach dem Prozess. Mehrwert: Unterstützung, Fristeinhaltung, Optimierung der Datenverarbeitung, schneller Datenzugriff und dadurch höhere Gerichtsfestigkeit durch gleichzeitige Minimierung von Aufwand & Kosten. Hierbei extrahiert ein lernfähiges=intelligentes Programm Daten aus den bereits geordneten Unterlagen und verknüpft diese miteinander, um am Ende eine für den Prozess aufbereitete Akte dem Juristen zur Verfügung zu stellen. Texterkennung an sich reiche jedoch nicht mehr aus, vielmehr sollen verschiedene  Features verwendet werden, um Informationen aus Grafiken, Layout etc. extrahieren zu können. Doch wie entsteht ein KI, was ist der „Turbolader“? Diese Antworten auf die Frage bleiben wohl involvierten vorbehalten, der Vortrag reicht jedoch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ein Legaltech-Software in der Kanzleipraxis an Arbeit abnehmen kann. Ob die Waage der Preis-Leistung sich hält ist jedoch eine Einzelfallfrage und das eigene Nutzen situationsabhängig.

14:00-17:45 Ausstellerbereich und Networking

Zum Ende hin wurde es dann doch ruhiger, da mich die Programmpunkte hinten rum entweder von vorne herein nicht faszinieren konnten oder ich diese währenddessen nicht spannend genug fand. Schlechte Angewohnheit aus dem Studium: wenn mir etwas als Zeitverschwendung vorkommt, dann stehe ich auf und gehe. Ich wollte mir ohnehin noch genügend Zeit für die Aussteller nehmen. Wen ich besucht und mit wem ich geredet habe kann man auf Twitter gut verfolgen, ich habe aber nicht nur Small Talk geführt. Zum Teil ist da genug Content für den Blog dabei, sonst aber definitiv ausreichend Anregungen für Recherche, #staytuned

Talent Rocket war auch dabei…
Tamay Schimang von Streamlaw und das Team von Lawyers on Fire

17:45-18:30 Wie kann Dokumentenmanagement auch funktionieren?

//Disclaimer: Graham Penman von HotDocs Ltd. ist ein Vorträger, den man selbst erleben sollte, denn seinen Vortragsstil kann man nicht in Worten wiedergeben. Sollte ich daher den Vortrag online irgendwo finden, wird der definitiv verlinkt. //

Jedenfalls ging es um Daten- und Unterlagenmanagement. Wie funktioniert es heute laut Penman? Man bekommt einen Fall, sucht im Archiv, Online, im Kanzleisoftware etc. nach einem ca. passenden Dokument, kopiert den, ändert dessen Dateinamen und speichert den ab. Im Anschluss wird der Inhalt in etwa auf den aktuellen Fall angepasst, einiges gelöscht, neues hinzugefügt und fertig. Dass diese Vorgehensweise nicht unbedenklich ist, wird vermutlich jedem klar sein. Doch passen die Informationen dann überhaupt? Sicher, dass man nichts übersehen hat? Stichwort: Legacy System….geht man vielleicht nur deswegen so vor, weil man es schon „immer so gemacht hat“? Ohne unverhältnismäßig viel Werbung für das eigene Unternehmen zu machen betont Penman eines: den Warum und für wen? Konsumentenwünsche gilt es stets zu beachten, denn ohne sie gibt es keinen Business. So dass man sich aber auch bei der Wahl des eigenen Kanzleisoftwares, Produktes oder sonst irgendwas stets fragen sollte: für wen, warum und zu welchem Zweck? Lohnt es sich wirklich nach und nach eine Dienstleistung für die Kanzlei zu kaufen, oder ist es vielleicht strategisch sinnvoller diese gebündelt für alle Zwecke gleich zu erwerben? Ein sehr interessanter Vortrag und das Unternehmen sicherlich einen näheren Blick wert.

Definitiv Entdeckung des Tages ist für mich der Podcastplattform Lawyers on Fire, einmal reinhören, es lohnt sich!

Somit neigt sich der 1. Messetag seinem Ende zu, morgen geht es offiziell um 9:00 weiter, für mich um 10:45 zurück nach Würzburg. Ich danke den Herren Nico Kuhlmann und Jochen Brandhoff für die freundliche Einladung und dem Team von Legal Revolution für die tolle Organisation.

Goodiebag, Programmheft und Namensschild

Ein kleiner Hinweis an der Stelle: Dutzende Legaltech-Veranstaltungen entstehen praktisch Tag für Tag und es wird immer schwerer auszufiltern, welche sich lohnt und welche nicht. Doch  LegalTech wird dann ihre wahren Möglichkeiten entfalten können, wenn möglichst viele zusammenarbeiten und sich austauschen, die Branche wird von der Networking der Juristen, Informatiker, Verkäufer, Manager und Ingenieure leben. Somit ist es eigentlich fast schon egal, ob man zu einem Hackathon, Konferenz oder Meetup geht, Hauptsache man vernetzt sich. 

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