Hallo Welt!

Dies ist der erste Beitrag und dafür auch nicht sonderlich einfallsreich oder umfangreich. Jedenfalls wollte ich an der Stelle meine Zielsetzung mit euch teilen, meine Leidenschaft für Technik, Elektronik und Mechatronik zukünftig digital auf Papier zu bringen und mit der Welt zu teilen. Ich möchte darüber hinaus meine vorhandene Kenntnisse im digitalen Bereich  mit euch zusammen vertiefen, sei es zu programmieren, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen sowie allgemeine Grundlagen wiederholen, die man gerne aus den Augen verliert, wenn man sie überhaupt mal kannte. Man könnte jetzt meinen: “Joah, sowas gibt es doch schon” und das stimmt auch. Doch das interessante daran ist in der Kombination: ich studiere Jura, aktuell im 8. Semester. Eine Juristin, die über Ingenieursthemen schreibt….?

Um einen kurzen Einblick in das Verhältnis zwischen Juristen und Ingenieure zu gewinnen, verweise ich auf den Artikel vom Richard Sinniger in der Zeitschrift Schweizer Ingenieur und Architekt (Heft 41, Band 117, 1999) mit dem Titel: Die schwierige Beziehung Ingenieur-Jurist. An diesem Verhältnis dürfte sich bis heute nichts geändert haben, ich würde sogar behaupten, dass es viel schlimmer wurde. Jura wird immer verschachtelter, viel komplizierter, es gibt immer mehr Meinungsstreite. Ein Ingenieur arbeitet zielgerichtet, pragmatisch und für ihn sind Streitereien nicht wichtig, er will nur wissen was er machen soll, welche Toleranzen er hat, welche Risiken und wie viel Geld. Mit dem Rest soll man sie in Ruhe lassen. Früher hat man sich vielleicht noch verstanden, wenn Juristen, eben auch ganz normale Persönlichkeiten, im Alltag ihr Fahrzeug zur Hauptuntersuchung gefahren haben und dann hieß es: keine Straßenzulassung, zu verrostet….heute muss man sich mit Technik, Informatik, Elektronik, Sensorik etc. auseinandersetzen….ganz ehrlich: wer von uns Juristen versteht das Problem hinter dem Diesel-Skandal überhaupt? Das einzige was wir wissen: ein Software wurde so geändert, dass er über die Abgaswerte täuscht. Aber wie ist das möglich? Das könnten uns Ingenieure erklären. Und wieso ist das rechtlich verboten? Das könnten wir den Ingenieuren erklären.

Und an der Stelle meine Meinung: eine Zusammenarbeit wird so lange nicht erfolgreich und angenehm funktionieren können, bis beide Seiten sich nicht auf einer Ebene verständigen können. Man muss als Jurist die pragmatische Sprache des Ingenieurs hinnehmen und endlich auch mal genießen können. Oder wäre es nicht einfacher, wenn wir unser sprachliches Niveau in der Kommunikation soweit vereinfachen, dass dies auch ein Laie verstehen kann? Und Ingenieure: wir bestehen auch nicht nur aus Paragraphen, Poloshirts und teuren Autos…apropo teuren Autos: nur weil ein Jurist nicht genau weiß wie ein V8 aufgebaut ist, liebt er die Fahrzeuge mit der Ausstattung inkl. möglichst großem Hubraum genauso.

Genau an der Stelle möchte ich meinen Blog anknüpfen: Juristen und Ingenieure müssen miteinander reden, einander weiterbilden und zusammen arbeiten. Wie soll ein Richter in einer LKW- Kartellrechtsstreitigkeit den Sachverhalt möglichst optimal erfassen, wenn er nur wenig Ahnung von der speziell-technischen Seite hat? Wie soll ein Ingenieur die Gesetze und die Anforderungen ansatzweise erfassen, nachvollziehen und akzeptieren können, wenn er gar nicht weiß worum es überhaupt geht….Die Definition einer Mauer wird ihm jedenfalls nicht bekannt sein und das braucht er auch nicht.

Dieser Blog ist nicht für Ingenieure, wobei ich mich freuen würde, wenn ein paar von ihnen Kommentare hinterlassen würden, falls sie einen Fehler merken. Ich möchte die Juristen an ihrem aktuellen Standpunkt abholen und ein technisches Grundwissen aufbauen, das meiner Ansicht nach in der heutigen Welt unerlässlich ist.
Die Grundlagen von Technik, Elektronik, Mechanik, Sensorik etc., bis hin zum Programmieren. Programmieren für Juristen, um die Welt um uns herum besser verstehen zu können, und um autonomen Fahrzeuge irgendwann im Straßenverkehr zulassen zu können. Denn obwohl ich die Arbeit der Ethikkommission für autonomes Verfahren schätze und diese Arbeit unfassbar wichtig ist: viel Ahnung von Sensorik und Programmieren dürften die geehrten Professoren und Wissenschaftler sicherlich nicht haben. Darum geht es auch nicht. Ich finde aber, dass Wissen macht ist und wenn ich weiß, wie etwas funktioniert, kann ich es auch besser auf mein Gebiet übertragen. Oder könnten Sie einen Vertrag konstruieren, ohne zu wissen was eine Willenserklärung ist und wie Menschen hierbei psychisch ticken?

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