Es fängt alles mit einer Schlange der Art Python an…

aka lass´t uns mit Python anfangen. Hierbei möchte ich sicherlich keine Tierversuche an Schlangen starten, vielmehr versuche ich in diesem Beitrag zu erklären, wieso Python  absolut ideal für Juristen ist und werde den Interpreter sowie erste Funktionen der Sprache vorstellen.

Auf die Tatsache, dass es viele Programmiersprachen(PS) auf der Welt gibt habe ich bereits in dem letzten Beitrag hingewiesen. Heute möchte ich speziell die PS Python vorstellen und in die Grundlagen einführen, um im Verlauf der nächsten Wochen und Monate einen Einblick und Grundkenntnisse vermitteln zu können.

Historische Hintergründe 

Wie immer, fängt der gute Jurist immer mit den historischen Hintergründe eines Themas an, wobei dieses an der Stelle ein good to know aber keineswegs zwingend erforderlich oder sonderlich hilfreich ist. So weit muss man aber zeitlich gar nicht zurückgehen, denn Python entstand in 1990 und ist somit eine junge Programmiersprache. Sie wurde von Guido van Rossum am Zentrum für Mathematik (Centrum voor Wiskunde en Informatica) in Amsterdam entwickelt, seinen Namen kann sie der Komikertruppe Monty Python mit ihrem legendären Flying Circus Pate danken.*

Python eignet sich heute für die schnelle Programmierung von Aufgaben, ist im vergleich zu anderen Programmiersprachen einfach in der Anwendung und lässt sich auch modularisieren, so dass bereits erstellten Module in anderen Python-Anwendungen auch verwendet werden können. Doch der größte Vorteil ist es, dass sich Python als eine Open-Source-Sprache jedem kostenlos zur Verfügung steht einem klaren und übersichtlichen Syntax bedient und somit schnell zu erlernen ist. Das Wichtigste für uns Juristen ist die klare Struktur. Hat man diese, so wie den Gutachtenstil auch, einmal erlernt, dürfte man nicht mehr viele Schwierigkeiten haben. Klare Struktur ist eben sowohl in der Juristerei als auch in der Welt des Programmierens alles!

Der Interpreter im Interaktivmodus

Ein Jurist schreibt auf Papier, sein Werkzeug ist ein hochwertiger Füllfederhalter…..so war es zumindest mal, ich denke heute arbeiten die meisten am PC. Für Python brauchen wir aber auch unser Papier,  eine Oberfläche auf das wir schreiben können. Der Unterschied ist zum herkömmlichen Notizblock oder zu einer Word-Datei, dass der Interpreter für Python auch versteht, was hingeschrieben wird, im Interaktivmodus sogar auf Fehler hinweist. Würde man den Syntax in Word schreiben, würde man vermutlich, sogar wenn man die Sprache auf Englisch umstellt, sehr viele Fehlermeldungen insbesondere wegen Rechtschreibfehler bekommen.  Hierüber verhilft uns der Python-Interpreter.  PCs mit einem Linux Betriebssystem haben diesen in der Regel automatisch vom Werk aus vorinstalliert, abzurufen  in der Regel unter: /usr/local/bin/python/python3.1 ;  unter Mac OS kann auch der Terminal hierfür verwendet werden, hierfür tippt man am besten einfach Python ein). Ich empfehle es dennoch  den Interpreter von Python direkt herunterzuladen, somit hat man auch gleich die aktuellste Version:

https://www.python.org/downloads/

Doch was macht dieser Interpreter überhaupt?

Der Interpreter agiert grundsätzlich im Interaktivmodus, dies erkennt man daran, dass in der ersten Zeile drei kleiner-als-Zeichen erscheinen (“>>>”). In dem Fall wartet der Interpreter im interaktiven Shell wie ein fleissiger Helfer darauf, dass man ihm sagt, was er tun soll. Gibt man einen Befehl ein, wird dieser unverzüglich ausgeführt. Shell also Muschel oder Schneckenhaus deswegen, weil diese Schale den Benutzer davor schützt, sich mit den einfachen Grundlagen aber vor allem mit den schwer verständlichen Basisfunktionen auseinandersetzen zu müssen. Wir müssen nicht mehr in 0e und 1e denken um etwas programmieren zu können, uns werden im Schneckenhaus Shell Schlüsselbegriffe und Befehle zur Verfügung gestellt und mit dem Computer kommunizieren zu können.(= Python-Shell)

 

Der Grundstruktur

Ein in Python geschriebenes Programm muss sich genau an den vorgegebenen Satzbau (Syntax) halten, sonst funktioniert es nicht. Grundsätzlich bestehen sie aus einer Aneinanderreihung von Anweisungen, zum Beispiel:

 print (" Es klingt interessant")

Wenn man die Entstehungsgeschichte beachtet liegt es auf der Hand, dass sich die PS der englischen Sprache bedient, so sind die Befehle auch alle Englisch. Wer kein Englisch kann, für den reicht es aber erstmal auch nur die Befehle zu lernen. Die obere Anweisung würde somit auf einem Bildschirm den zwischen den Anführungszeichen geschriebenen Text auf einen Bildschirm ausgeben.

Anweisungen können aus einem Anweisungskopf und einem Anweisungskörper bestehen, wobei der Körper seinerseits noch weitere Anweisungen beinhalten kann. Somit kann der Text selbst sehr verschachtelt werden. In der Juristerei würde das Problem durch Gliederungspunkte von A bis iiiii) gelöst werden. Dies ist leider in Python nicht möglich, die Struktur ergibt sich aber von alleine, zum Beispiel:

>>> if x > 10: <---Anweisungskopf 
         print (" Es klingt interessant") <-- Anweisungskörpers
         print ("Zweite Zeile") <--- Teil des Anweisungskörpers

Wie man es vielleicht erkennen kann ergibt sich die Zugehörigkeit des Anweisungskörpers zum Kopf durch den Doppelpunkt am Ende des Anweisungskopfes sowie die  Einrückung des Anweisungskörpers. Die Einrückung legt man selber fest, es besteht sowohl die Möglichkeit die Tabulatortaste oder die Leerzeichentaste zu verwenden. Ich würde es aber empfehlen die Leerzeichentaste bis zu einer tiefe von 4 Leerzeichen zu benutzen, da manche Editoren standardmäßig eine bestimmte Tabulatorentiefe verwenden und somit nach eigenen Eingaben Probleme entstehen könnten. Das Anweisungsenge wird sodann mit der Entertaste beendet, da das Programm das Ende nicht automatisch erkennen kann.

Somit wären wir am Ende des ersten Beitrages zum Thema Python.

Damit man mit dem Programm nicht schon jetzt blöd dasteht, empfehle ich dieses als Taschenrechner zu verwenden. Da der Interpreter die mathematische Reihenfolgen “Punktrechnung vor Strichrechnung” kennt und somit auch ohne Klammer beachten kann, kann man diesen für einfache Rechenaufgaben verwenden.

Gibt man einfach die obere Zeile ein, wird das Ergebnis automatisch ausgespuckt:

>>> 3+3*4
15
>>>

Viel Spaß! 🙂

*Quellen:

http://www.python-kurs.eu/entstehung_python.php
http://py-tutorial-de.readthedocs.io/de/python-3.3/appetite.html
http://www.webmasterpro.de/coding/article/einfuehrung-in-python-aufbau-und-grundlagen.html
http://py-tutorial-de.readthedocs.io/de/latest/interpreter.html
http://www.python-kurs.eu/interaktiv.php
http://www.python-kurs.eu/python3_interaktiv.php

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