Zukunft der Juristerei – Projekt Lexia der Initiative Lexalyze der TUM & LMU

Legaltech beschäftigt sich unter anderem mit der Verknüpfung der Juristerei und  Informatik mit dem Ziel, die tägliche Anwaltstätigkeit durch maschinellen Abläufe ökonomisch sinnvoller zu gestalten. Wie das in der Praxis aussehen kann zeigt uns das Projekt Lexia der Initiative Lexalyze.

Vorne weg: ich werde weder heute, noch in der Zukunft bezahlte Werbung o.ä. auf meinem Blog machen, für das ich nicht zu 100% stehe. Ich habe eigentlich gar nicht vor aus dem Blog eine Geldeinnahmequelle zu machen, es ist und bleibt ein Hobby. Ich würde jedoch gerne Projekte, Gruppen, Aktivitäten etc.  jeglicher Art vorstellen, die meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung  bekommen, obwohl sie diese definitiv mehr verdienen würden. Hierzu gehört Lexia , ein Projekt der Technischen Universität und der Universität München auch.

Disclaimer Nr. 2 : ich habe Lexia aus dem Grund nicht direkt verlinkt, da diese bisher nicht online ist.  Ich durfte sie mir jedoch im Rahmen einer Präsentation an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg vom Projektleiter Bernhard Waltl  und Elena Scepankova persönlich anschauen, vielen Dank für die Organisation an Herrn Prof. Dr. Dr. Hilgendorf.

Das Projekt Lexia beschreibt sich als “ein kollaboratives Web Framework zur semantischen Erschließung von textuellen Dokumenten. [….]Der Fokus liegt auf dem Erkennen relevanter Textpassagen und Klassifizieren von Dokumenten bzw. Dokumentteilen.” Doch Lexia ist viel mehr als das. Das Team um Herrn Waltl ist nicht nur in der Lage Texte zu analysieren, vielmehr haben sie bereits Gesetzestexte digitalisiert und parallel dazu  ein System erschaffen, dass die einzelnen Tatbestandsmerkmale der Normen, sowie die Zusammenhänge(Network) zwischen den Einzelnen Paragraphen kennt. 


In der Form, wie das System bereits funktioniert, finde ich es insbesondere Studenten absolut genial. Ich bin früher so oft nur aus dem Grund in eine Vorlesung oder AG gegangen, weil ich die einzelnen Normverweise erfahren wollte.(Zu meiner Verteidigung: ich lerne durch das eigenständige Lesen und Schreiben wesentlich schneller als durch bloßes Zuhören, vor allem wenn der Dozent in der Vorlesung gefühlt eine komplett andere Sprache spricht)

Zum Verständnis: Algorithmen können grundsätzlich mit widerspruchsfreien Angaben(Ja/Nein) am besten arbeiten, der Grund dafür lässt sich aus meinem vorherigen Beitrag zur Funktionsweise von Relais entnehmen. Somit lassen sich auch gerade die Rechtsnormen am besten digitalisieren,  bei derer Prüfung nur 2 Möglichkeiten offen stehen, +/- . Das beste Beispiel hierfür ist das Steuerrecht. Hier existieren bereits Programme für die eigenständige Erstellung der jährlichen Steuererklärung. Kleine Schlupflöcher, Besonderheiten werden zwar Fachanwälte und professionelle Berater für Steuerrecht immer noch besser entdecken können, dennoch sind solche Programme bereits mehr als brauchbar und definitiv zukunftsweisend.  Bei Lexia erfolgt die Textanalyse selbst vollautomatisch, in der Praxis sieht es zum Beispiel dann so aus:

Gerade diese Tatsache bedeutet aber auch, dass in Dilemmasituationen oder bei Rechtsgebieten mit einer Fülle von Widersprüchen und Streitigkeiten(z.B: das Strafrecht) die Digitalisierung vor ein sehr großes Problem gestellt wird. Hierbei wird die Maschine, solange die Fragen nicht geklärt werden, jedenfalls stets auf menschliche Interaktion zurückgreifen.

Der größte Gewinn hierbei ist, dass  Anwälte in der Zukunft nicht mehr Millionen von Seiten beispielsweise verschiedener Verträge stupide lesen und analysieren müssen, diese Tätigkeit würde eine Maschine “auch am Sonntag” ohne Überschreitung der gesetzlich erlaubten Anzahl der Arbeitsstunden übernehmen können.

Doch werden dadurch Juristen vom Markt verdrängt? Meine Meinung: es kommt darauf an, aber mit Sicherheit! Was meine ich damit genau? Die Digitalisierung und LegalTech generell, und da ist Lexia eines der mMn absoluten Vorreiter, ist in erster Linie dafür da, um die Arbeit der Juristen effektiver und kostengünstiger zu gestalten. Natürlich wird man zukünftig nicht mehr 5 Junior Associates brauchen, um bei einer M&A Prüfung tausende von Seiten zu lesen. Allerdings, und das muss man auch vor Augen halten, werden durch die Digitalisierung gleichzeitig neue Arbeitsfelder geschaffen. Gerade die Forschungsstelle der TUM & LMU zeigt, dass die interdisziplinäre Arbeit zwischen Informatiker und Juristen immer mehr gefragt wird, obwohl LegalTech in Deutschland noch, wenn überhaupt, in den kleinsten Kinderschuhen steht. Genauso wie im Datenschutzrecht, das stets immer wichtiger insb. für Unternehmen sein wird(s. DSGVO), werden in Zuge der Digitalisierung nach und nach neue Arbeitsbereiche und Rechtsgebiete entstehen, für die Fachmänner weiterhin einen essentiellen Bestandteil darstellen werden. Ob sich die Waage halten wird ist eine Zukunftsfrage. Doch generell gilt: um Dilemmasituationen lösen zu können, wird der Mensch grundsätzlich für immer notwendig sein.

Für die Zurverfügungstellung der Bilder ein herzliches Dank an Bernhard Waltl

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