Call for Speech & Nachahmungstäter – Die Cyber Law Clinic der Universität Hamburg macht es vor

Dass die Digitalisierung der Rechtsbranche ein unvermeidbares Phänomen und ein notwendiger Prozess der nächsten Jahre sein wird,  bestreitet vermutlich niemand mehr wirklich. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nach dem Vorbild des vergangenen Jahres auch 2017 zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Thema angekündigt sind. Doch während die Unternehmen und Kanzleien sich innovativ präsentieren, scheinen die Lehrstühle und Professoren, bis auf einige Ausnahmen, eingeschlafen zu sein – ganz zum Nachteil der Studierenden.

Call for Speech in Hamburg, Call for Speech an den juristischen Fakultäten

So oft wurde bereits betont, wie wichtig es wäre, dass die technische Kompetenzen der Nachwuchsjuristen sich nicht auf die Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses in Word beschränken. Dass das technische Interesse unter den Juristen eine Ausnahme sei, lässt sich meiner Meinung nach auch nicht vertreten, da am Ende des Tages doch die meisten von uns mit Smartphone, Laptop und Tablet arbeiten und in den Sozialen Medien aktiv sind. Instagram, Snapchat, Facebook und Twitter sind für uns Alltag geworden, dennoch findet eine entsprechende Sensibilisierung und Ausbildung, wenn überhaupt, nur im Rahmen des universitären Schwerpunktbereiches statt. Datenschutzrecht, Telekommunikationsrecht gehören zu den Exoten des Grundstudiums. So gehört zu  Legal Tech jedoch nicht nur die technische Seite wie z.B. Softwareprogrammierung und Entwicklung dazu, sondern auch die bereits im Alltag etablierten Methoden. Die Digitalisierung der Juristerei fängt bekanntlich im eigenen Kopf und im eigenen Leben an.

So möchte ich heute repräsentativ als Beispiel für ein erfolgreiches universitäres Projekt um die Digitalisierung die

Cyber Law Clinic der Universität Hamburg

vorstellen und unterstützen, in der Hoffnung, dass weitere Lehrstühle sich demnächst anschließen werden. Obwohl die Cyber Law Clinic ein studentisches Projekt ist, ist sie am Lehrstuhl von Prof. Dr. Marion Albers angesiedelt und verfolgt einen didaktisch wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Ausbildung von angehenden Juristen. Mitunter feiert das Projekt in diesem Jahr, nach der Gründung im Wintersemester 2012/13, sein fünfjähriges Bestehen.

Die Idee einer Law Clinic ist an sich nichts Neues – so sollen Studierende im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Beratung von Ratsuchenden, Erfahrungen im praktisch-juristischen Bereich sammeln und soziale Kompetenzen stärken.

So verknüpft „[d]ie Cyber Law Clinic […] die Idee der Law Clinic mit dem Feld Social Media und bietet hier eine pro bono- Rechtsberatung durch Studierende an. Es handelt sich um ein Feld, mit dem die Studierenden sowohl unmittelbar in ihrer persönlichen Lebenswelt als auch in ihren späteren Berufen zu tun haben und das sie besonders interessiert. „ so Prof. Dr. Marion Albers im Wirtschaftsführer für junge Juristen 2017-2018

Im Rahmen der Cyber Law Clinic wird neben einer praktischen Weiterbildung auch ein Tutorenprogramm sowie theoretisches Wissen vermittelt. Start Up Gründung, E-Commerce, Filesharing und Abmahnungen sind allesamt Themenbereiche aus dem Alltag eines jeden von uns – und dennoch gehört es nicht zum Pflichtbereich des Studiums. In offenen Fragestunden beraten engagierte Studierende, in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kreativ Gesellschaft, Ratsuchende wie kreative Existenzgründer, freischaffende Künstler und kleine Startups mit ihren umfassenden Fragestellungen. Durch diesen Wege wird nicht nur die anwaltlich Beratungspraxis live erprobt, sondern auch soft skills und essentiell wichtige rhetorische Fähigkeiten entwickelt.

Außerdem werden neben der eigentlichen Beratungstätigkeit auch Veranstaltungen für die allgemeine Öffentlichkeit, Anwaltschaft und natürlich für die Studierenden angeboten.

So findet

am Montag, 22.01.2018 die Auftaktveranstaltung

zur Veranstaltungsreihe „Legal Tech Vision Days“statt – „mit dem Ziel, Akzente in der juristischen Ausbildung zu setzen und die Hintergründe der technischen Entwicklungen auf dem Rechtsdienstleistungsmarkt aufzudecken“. In diesem Rahmen wird ,der in der Legal Tech- Szene geschätzte Spezialist – Herr Dr.-ing. Sascha Theissen, über die Zukunftsausrichtung des Rechtsmarkts im Digitalisierungskontext referieren und einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Vorträge und Input-Sessions geben.

Die Türen zu den Legal Tech Vision Days der Cyber Law Clinic der Universität Hamburg stehen nicht nur Studierenden offen. Forschende, Lehrende, AnwältInnen, Informatiker und andere PraktikerInnen mit Bezug oder Interesse an der Thematik Legal Tech sind herzlich dazu eingeladen, sich einzubringen und das Projekt zu unterstützen, insbesondere da Cyber Law Clinic stets auf der Suche nach ReferentInnen und Kooperationspartnern ist. Ansprechpartnerin ist hierfür Dalia Moniat, studentische Mitarbeiterin und Koordinatorin der Cyber Law Clinic.

Die Veranstaltungsreihe beginnt offiziell ab dem Sommersemester 2018.

hier entlang zur Veranstaltung

 

 

 

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