Das Legal-Tech-Verzeichnis – Fundgrube und Gütesiegel

Wenn man im Alltag etwas schnell finden will googelt man. Auf der Suche nach aktueller Rechtsprechung, ruft man in der Regel Beck oder Juris auf…doch was macht man, wenn man auf der Suche nach einem Legal Tech Angebot ist, dessen Namen man vielleicht nicht kennt? Mein Tipp: man sucht im Legal-Tech Verzeichnis

Chatbots, KI, Startups, Software, Kanzleien, Kooperationen, Politik – der Begriff Legal Tech hat mittlerweile auch außerhalb der klassisch-juristischen Kreise Fuß gefasst und ist nicht mehr wegzudenken, auch wenn er dabei nicht namentlich genannt wird. Dennoch spricht man (mMn) stets über Legal Tech, wenn die Digitalisierung zu einem juristischen Prozess verwendet oder für deren Unterstützung herangezogen wird. Es wird jedoch zunehmend schwer den Überblick zu behalten und über die StartUp-Szene up-to-date zu sein, scheint unmöglich. So ist im Grunde genommen jeder Artikel, insbesondere jeder gedruckte Zeitschriftenbeitrag, bereits ein Rückblick in die Vergangenheit, da gefühlt stündlich neue Ideen veröffentlicht, gestartet oder sogar wieder verworfen werden.

So bedurfte es immer mehr eines Kataloges/ eines Verzeichnisses aller Legal Tech Anbieter, um zumindest den Überblick nicht zu verlieren.

Diese Marktlücke wurde nun von Patrick Prior Anfang 2018 gestopft. Im Verzeichnis finden sich nicht nur Startups, Softwarehersteller und verschiedene Kanzleien mit einer technischen Ausrichtung bis hin zum Legal Tech, sondern auch Veranstalter, Presselinks und jegliche Teilnehmer der Entwicklung….

…auch über die nationalen Landesgrenzen hinaus

Die Legal Tech-Bewegung begann nicht in Deutschland und setzt seine Erkundungsreisen dementsprechend auch über die Grenzen des Landes hinaus auch fort. So wird im Verzeichnis  auch zumindest über die wichtigsten Namen und Ideen innerhalb des deutschsprachigen Raumes, in Österreich und der Schweiz berichtet und direkt verlinkt. Dementsprechend finde ich es immer wieder verwunderlich, dass für viele Begriffe keine deutschen Übersetzungen existieren und weiterhin Anglizismen verwendet werden. Jedoch weiß man immerhin wie die meisten Beiträge und Informationen zu Legal Tech anfangen – mit einer Begriffserklärung.

So muss man sich jedoch stets für eine Unterkategorie entscheiden, möglicherweise ohne zu wissen was die Begriffe bedeuten. Diese werden jedoch am Anfang der jeweiligen Seite so erläutert, dass man beim aufmerksamen Lesen schnell das Richtige finden kann. Umso besser finde ich es, dass die Verbraucher auf Deutsch abgeholt werden und die verschiedenen Kategorien nicht nach Begriffen des Fachjargons eingeteilt wurden.

Für Anwälte und für Verbraucher – was ist mit den Studierenden?

Nach der eigenen Zielsetzung dient „Das Legal Tech Verzeichnis […] in erster Linie Rechtsanwälten, die sich über Legal Tech Software und die Angebote auf dem digitalen Rechtsmarkt informieren möchten.“. Außerdem soll das Verzeichnis auch interessant für Jurastudenten sein, sowie Pressevertretern zu Recherchezwecken und für alle anderen, die gerne die Entwicklung der Digitalisierung der Rechtsbranche verfolgen möchten dienen.“ So finden sich zwar neben „Legal Tech“ zwei weitere Kategorien für Anwälte und Verbraucher, aber leider ist der einzige Unterpunkt für Studierende mit einer einzigen Informationsseite recht schwer zu finden und des Weiteren halten sich die Informationen leider in Grenzen. An der Stelle empfinde ich persönlich besteht viel Nachhol- und Aufholbedarf, wobei es nicht nur an der informationellen Verbreitung seitens des Verzeichnisses, sondern auch an dem Angebot selbst mangelt. Das Angebot könnte z.B. Summer Schools, Konferenzen und die Angebote der Universitäten etc. beinhalten, um die Studierenden am Tor der Informationsfindung abzuholen und in eine weniger kommerzielle Richtung lenken zu können. Die kostenpflichtigen Konferenzen finden sich auch so schnell, während wichtige und spannende Symposien z.B. an den Universitäten oft weniger beworben werden und somit vor den Interessenten eher länger verborgen bleiben. Im Gegensatz zu den Informationen für Studierende, finde ich die Kategorien, den Aufbau und die einzelnen Seiten für Anwälte und Verbraucher umso gelungener(s.o.).

Fundgrube und Gütesiegel

Die merkbare Zielsetzung liegt deutlich in der Fundgrubenfunktion, um Anbieter und Nachfrager, also die Startups und Gründer, mit den Kanzleien zu verbinden oder zumindest über deren Existenz, Arbeit und Zielsetzungen zu informieren. Dabei bietet das Legal Tech Verzeichnis ebenso wie Wikipedia & Co. nicht die vollumfängliche Lösung für die Probleme, die exakten Suchergebnisse und den 6-er im Lotto. Es nimmt einem nicht die vollständige Recherchearbeit ab und vor allem verknüpft es keine Kontakte mit den Ansprechpartnern. Doch wenn ich auf der Suche nach einem Startup, einer speziellen Lösung oder Idee bin, schaue selbst ich mittlerweile oft im Verzeichnis nach, um die neuesten Entwicklungen innerhalb der Gründerszene mitzubekommen und up-to-date zu bleiben. Trotz des jungen Alters des Verzeichnisses und mit dem Wissen, an welche schwierige Aufgaben Patrick Prior sich gewagt hat, bin ich ihm für seine Arbeit sehr dankbar und finde, dass er dies sehr gut macht. Die Webseite ist klar strukturiert, überschüttet einen nicht mit unnötigen Informationen und ich gehe persönlich mittlerweile auch davon aus, dass das was im Legal Tech Verzeichnis steht, auch zukunftsträchtig und erst zu nehmen, zumindest im Auge zu behalten ist.

 

 

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