Blockchained Mobility Hackathon – die Zukunft der Mobilität

Ein intelligenter junger Mann sagte mir mal, dass alles, was mechanisch im Fahrzeugbau möglich ist, bereits in den 90er Jahren verbaut wurde. Der Trend geht daher seit bereits fast 30 Jahren dahin, Computertechnologie und die Elektrizität in die Mobilität zu integrieren. Aber was heißt das genau? Wo geht der Trend hin und was wird der Gesetzgeber hinsichtlich modern mobility regulieren müssen?

Während die Politik darüber diskutiert, ob es möglich ist oder nicht – während die Gesellschaft sich darüber lustig macht, wie dämlich die Ideen seien – die Hacker machen es möglich. Flugtaxis, künstliche Intelligenz und Motortuning dank elektrisch geplanter Zündfunken….es sind keine Spinnereien oder Ideen der Hollywod-Scifi-Szene, sondern die Realität. Während aber der Gesetzgeber und die Gesellschaft mit ihren Lösungen auf sich warten lässt, machen die Hacker bereits weiter und schreiben die Zukunft schon heute.

Blockchained Mobility Hackathon 2018

Ich durfte mir als Besucher die Pitches und die Atmosphäre des Blockchained Mobility Hackathons (hier zum Meetup) angucken; schließlich habe ich mir bereits vor Wochen die Frage gestellt: Wo geht dir Reise des Reisens hin?

Zahlreiche Sponsoren, Startup-Like-Einrichtungen, Mate und ein Loft voller Kreativität. 18 internationale Teams, zwei Tage und das Ziel: die Blockchaintechnologie unter dem Motto “Compete & Collaborate” in die Mobilität zu integrieren.

Eine buntere Aufstellung der Teilnehmer ist gar nicht möglich. So waren nicht nur die großen deutschen Automobilhersteller, wie BMW und die Volkswagen Group mit ihren eigenen Teams vor Ort, vielmehr nahmen Vertreter der Unternehmen Bosch und Siemens, Blockchainspezialisten wie Iota Foundation und der Softwareentwickler Jambit neben der bayerischen Versicherungskammer und unabhängigen Einzelpersonen teil. Aber nicht nur Computerspezialisten, auch Projektmanager und sonstige Experten waren vor Ort und es war schön zu sehen, wie die Industrie bereits zu interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Lage ist.…denn wo sonst hätte man Teams, bestehend aus Mitgliedern von Bosch, VW und BMW in enger Zusammenarbeit gesehen, während sie in den gemischten Gruppen auch gegen ihre eigenen Kollegen antreten.

Meine eingangs gestellte Frage, wohin die Reise geht, wurde auch schnell beantwortet: die zwei Tracks, Smart Mobility Services und Smart Interoperable Infrastructure, sowie die hierfür entwickelten Ideen, haben schnell die Antworten geliefert. Die Schwerpunkte der Entwickler lagen auf dezentralen Datenmanagementsystemen in diversen Konstellationen, von Personenidentifikation über die Mitfahrzentrale der Zukunft auf Blockchainbasis, sowie die Bekämpfung von Unternehmen durch Kooperation der Privaten.

So wurde auch schnell klar, dass die Entwickler all dies bereits heute können. Was ihnen fehlt ist jedoch oft der rechtliche Rahmen und die technische Infrastruktur(Breitbandausbau). Beeindruckend fand ich, dass bei sehr vielen Pitches Regulatorien wie die DSGVO Einzug und Beachtung gefunden haben, während bei anderen Ideen auch soziale und gesellschaftliche Fragestellungen in den Raum gestellt wurden.

Das Recht auf Vergessen und Vertrauensfragen

So gibt es schließlich grundsätzlich ein Recht auf Vergessen. Sollte dies vielleicht aber auch in der Blockchaintechnologie beachtet werden? Gleichzeitig stellt sich die Frage: Würde ein solches Recht den Grundideen und Funktionsweisen der Blockchaintechnologie zuwider laufen – oder müsste es rechtlich gesehen ein Recht auf Vergessen auf der Blockchainebene geben? Und wem vertraut das Volk am meisten – ist es der Staat, ein dezentrales, monopolunabhängiges System oder sogar eine Plattform, auf der alle Marktteilnehmer repräsentiert werden? Ließen sich starke Monopole derzeit mittels der Blockchaintechnologie besiegen, um die Preise zu drücken oder auch um eine Wahl zu haben und nicht auf bestimmte Unternehmen angewiesen zu sein?

Die Entwickler haben sich viele Fragen gestellt und einige durch ihre Entwicklungen auch beantworten können. Klar ist jedoch, dass die Fahrzeuge, die Mobilität selbst und das Reisen an sich stets vernetzter, die Kosten konkreter bestimmbar und die Reisemöglichkeiten kurzfristiger buchbar sein müssen. Vielleicht verschwindet das Modell des eigenen Fahrzeuges, vielleicht least man nur noch oder weicht auf Carsharing-Angebote aus oder benutzt zumindest in den urbanen Bereichen gar keine Autos mehr…fest steht jedoch, dass moderne Technologien auch in die Mobilität einfließen werden. Hierfür fehlt aber derzeit die Infrastruktur und das regulatorische Verständnis unter Anderem auch für die Blockchaintechnologie. Schließlich handelt es sich hierbei spätestens durch Ethereum und Iota(Tangle-Technologie) schon lange nicht mehr  nur um ein bloßes Zahlungsmittel, so dass  es fatal wäre die Technologie ausschließlich in der FinTech-Szene zu verordnen und keine weiteren Möglichkeiten zu diskutieren. Ich bin grundsätzlich gegen eine Überregulierung, aber die Industrie muss wissen was sie darf und was nicht, ohne sich auf Definitionen des Computerstrafrechts aus den 80er Jahren stützen zu müssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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