Interview- Hamburg Legal Hackers mit Lukas Kellermeier

 

Ich habe vor ein paar Wochen einen neuen Account auf Twitter mit dem Namen LegalHackersHH gefunden und kleine Vögelchen zwitscherten mir, dass Jurastudent Lukas Kellermeier wohl etwas mit dem Account zu tun hast. Er hat sich ausserdem bereit erklärt meine Fragen zu beantworten.

Lieber Lukas,

Erzähl doch mal:

Wer bist Du, was machst Du und was hast Du mit den Legal Hackers Hamburg zu tun?

Vielen Dank, Daniella. Ich studiere Jura an der Universität Hamburg, wo ich mich seit 2017 in der Cyber Law Clinic engagiere. Mittlerweile organisiere ich dort als Tutor interdisziplinäre Veranstaltungen rund um das Thema Legal Tech, für das ich insbesondere seit einer Tagung der Studienstiftung zur Digitalisierung und disruptiven Technologien brenne. Zuletzt habe ich gemeinsam mit Dalia Moniat und Ioannis Katsivelas von der Cyber Law Clinic und unseren Kooperationspartnern die Veranstaltungsreihe „Legal Tech Vision Days“ und damit das Rahmenprogramm eines von uns initiierten Legal-Tech Seminars an der Universität Hamburg gestaltet. Diesen Monat steht ein Blockchain-Workshop an.

Zusätzlich besuche ich möglichst viele Fachveranstaltungen, um stetig dazuzulernen und immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Auf diese Weise habe ich Nico Kuhlmann und Dirk Hartung kennengelernt. Nico veranstaltet die Hamburg Legal Tech Meetups als „Master of Innovation“ bei Hogan Lovells und Dirk ist Executive Director Legal Technology bei der Bucerius Law School, wo er eine ganze Reihe unterschiedlicher Veranstaltungen zum Thema Legal Tech ausrichtet. Eine Freundin von mir, Daria Suvorova, stellte schließlich den Kontakt zu Jameson Dempsey her, Vorstandsmitglied des globalen Netzwerks der „Legal Hackers“. So kam mir die Idee, das Hamburger Legal Hackers Chapter zu gründen, um unsere Veranstaltungsreihen und mit ihnen die Hamburger Legal Tech Community auch über die Stadtgrenzen hinaus mit dem weltweiten „Legal Hackers“–Netzwerk zu verbinden. Dirk, Nico und Dalia waren von Anfang an mit dabei, Zoë Andreae und Daria schlossen sich an. Daher nun auch der Twitter-Account, über den in Zukunft Veranstaltungshinweise und weitere Neuigkeiten zum Thema Legal Tech geteilt werden und über den Dir ein Vöglein zwitscherte, ich hätte etwas damit zu tun. Das Erstellen des Accounts hat aber eigentlich Nico übernommen.

 

Was sind eure Ziele und eure Ausrichtung? Wer sind die Teilnehmer? Wendet ihr euch eher an Studierende oder eher an Praktiker?

 

Mit dem neu gegründeten Chapter bündeln wir unsere Veranstaltungen und verknüpfen unsere Besucher- und Kooperationsnetzwerke in Hamburg. Außerdem hoffen wir, über die globale Legal Hackers-Community weltweit Legal Tech-Interessierte zu erreichen.

Die Ausrichtung bleibt wie bisher vielseitig und abwechslungsreich. Wir sind offen für Studierende, Forschende, Lehrende, Gäste aus der Anwaltschaft sowie aus Unternehmen und Technologiegenies, die sich für kreative Lösungen an der Schnittstelle zwischen Recht und Technologie interessieren. Wir teilen aber jedenfalls das Ansinnen der „Legal Hackers“, vermehrt (angehende) Expertinnen und Experten aus dem technologischen Bereich in den Legal Tech-Diskurs einzubringen.

Die Symbiose der beiden Disziplinen veranschaulichte bei unserer Auftaktveranstaltung an der Bucerius Law School Roland Vogl (Executive Director CodeX – Stanford Center for Legal Informatics) mit seinem Vortrag über Data Driven Legal Services.

 

Was erhofft ihr euch von der Gründung des Legal Hackers Hamburg Chapter?

Nach wie vor ist unser Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung juristischer Dienstleistungen, zur Modernisierung der juristischen Ausbildung und zur Entwicklung technologiebasierter Lösungen für aktuelle juristische Probleme rund um das geistige Eigentum, die Sharing Economy, den Datenschutz oder die Industrie 4.0 und das Internet of Things zu leisten. Dabei wollen wir technologische Fortschritte wie künstliche Intelligenz und die Blockchain kritisch beleuchten und durchdringen, um sie möglichst gewinnbringend nutzen zu können. Hierbei erhoffen wir uns einen fruchtbaren Austausch mit dem globalen Legal Hackers Netzwerk.

 

Die Legal Hackers sind eine internationale Bewegung, in Deutschland seid ihr nun der 2. Standort. Wie seid ihr international vernetzt und wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen Standorten?

 

Zunächst freuen wir uns sehr, mit Frankfurt den Grundstein für das deutsche Legal Hackers Netzwerk zu legen. Es gibt in über 75 Städten auf sechs Kontinenten Legal Hackers Lokalgruppen (sog. Chapter).

Man kann sich über soziale Netzwerke mit anderen Mitgliedern austauschen oder aber Veranstaltungen in anderen Städten besuchen. Außerdem richtet das Netzwerk kontinuierlich weltweite Events aus, die eine super Gelegenheit sind, Legal Hackers aus der ganzen Welt kennenzulernen und sich so global zu vernetzen. Der Zusammenarbeit mit anderen Standorten sind also keine Grenzen gesetzt!

Danke Dir, ich bin gespannt auf eure kommenden Projekte:)

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