Im Austausch den Finger in die Wunden legen – Net.Law.S 2019

Bereits 2017 durfte ich als Stundentin teilnehmen, im Jahr 2018 hatte ich dann die Ehre die Konferenz Net.Law.S der Nürnberg Messe als Journalistin begleiten zu dürfen (mein Bericht hierzu). Dieses Jahr war es dann soweit und ich habe das Team der Konferenz auf Twitter aktiv unterstützt, denn mein Fazit der letzten 2 Jahre ist und bleibt auch im 3. Veranstaltungsjahr bestehen: Bitte mehr davon!*

Es könnte so einfach sein

Es wäre im Grunde genommen sehr einfach: Berufsträger verschiedener Branchen setzen sich an einen Tisch und tauschen sich aus. Wissenslücken werden geschlossen, Verständnisfragen geklärt und nach einer begrenzten Investition zeitlicher und finanzieller Ressourcen könnte jeder seine/ihre Arbeit auf einem viel höheren Niveau und für eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe erbringen.
Nun ja, so einfach ist es vermutlich nicht, aber die grundsätzliche Herangehensweise wäre jedenfalls wünschenswerte, da es kaum denkbar ist, dass eine der teilnehmenden Parteien ohne Mehrwert aus so einem Gespräch herausgehen würde.

So, oder so ungefähr könnte zumindest die Idealvorstellung der MitarbeiterInnen der Nürnberg Messe sein, welche die Konferenz initiiert und letztendlich auch mittlerweile zum dritten Mal durchgeführt haben.

Hier steht Kollaboration, Netzwerken, Austausch und gegenseitiges Lehren und Lernen neben dem diesjährigen Leitthema Daten und Algorithmen weiterhin ganz groß auf dem Programm. Im Austausch ging es um Künstliche Intelligenz und ihre Folgen, Haftungsfragen, technische Basics (und Advanced Level Vorträge), Sorgen und Ängste wurden im Rahmen von Open Space Discussions und Workshops ausgetauscht, genauso wie Erfahrungen und zahlreiche Learnings. So bietet die Messe genau die so oft erwünschte Plattform für alle, die diesen Wunsch ernsthaft meinen.

Denn oft wird zwar das Bedürfnis nach entsprechenden Plattformen geäußert, doch tatsächlich bleiben diese weiterhin nur Nischenbereiche und somit oft unterrepräsentiert.

Sehr schade, denn nirgendwo sonst trifft man auf Ingenieure (m/w/d), EntwicklerInnen und JuristInnen in einem Raum neben den Vertreter der modernen Berufe wie Digital Evangelist, CIO und sonstige Entscheidungsträger, die nicht nur die technische Entwicklung vorantreiben, sondern auch gerne gesellschaftliche und ethische Fragen zu beantworten in der Lage wären. Doch die richtigen Personen müssten auch vertreten sein und auch zuhören können. #WoBleibtDiePolitik

Denn die Konferenz kann man gerne so in einem Satz zusammen fassen: als ein willkommener Ort für den Austausch und gleichzeitig Schrei nach Antworten für das Recht, die Gesellschaft und die Wirtschaft.

Wer soll die Antworten liefern?

Eines wurde nämlich besonders klar: Vieles ist ungewiss und meistens sucht man die Inspiration im Ausland, um die eigene Unsicherheit durch die von den Nachbarn inspirierte, selbst auferlegte Regelungen zu überwinden. Zumindest solange, bis die gesetzliche Lage oder die Rechtsprechung keine Sicherheiten liefert. Doch deutschlandtypisch wird man hierauf wohl noch ein wenig länger warten dürfen, wobei die Frage nach der Zufriedenheit mit den erwarteten Regularien ohnehin offen bleibt.

Denn all zu oft wird dann versucht alte Verhaltensmuster auf die aktuelle Lage analog anzuwenden, um so das Recht nach belieben zurechtzubiegen. Auch werden sehr oft sehr Fragen der Vergangenheit vollkommen neu diskutiert, ohne, dass man sich die Frage gestellt hat:

Braucht man diese eigentlich?

Schließlich ist unsere Ethik auch nirgendwo ausdrücklich gesetzlich geregelt. Zurecht könnte (oder eher sollte)  man sich also selbst auf die Nase fassen und ernsthaft über Folgendes nachdenken:

Stellen wir uns überhaupt die richtigen Fragen und haben wir überhaupt verstanden worum es geht?

Fakt ist: auch die Politik müsste sich mit an den Tisch setzen und den Diskurs verfolgen bzw. sich hieran aktiv beteiligen. So könnte man zumindest eher vermeiden, dass technische Vorgänge nicht verstanden, oder an der gesellschaftlichen Entwicklung und Erwartung vorbei reguliert werden.

Was bleibt also für 2020?

Hoffentlich mehr Teilnehmer aus der Politik und Gesellschaft und eine weiterreichende Diversität nicht nur in fachlicher, sondern auch altersbezogener und geschlechtlicher Hinsicht. Sowie auch Mut sowohl auf Seiten der Veranstalter als auch als SpeakerIn, entsprechende Beiträge einzureichen und offen zu diskutieren. Die Bühne wäre da, sie muss jedoch betreten und genutzt werden.

Vielen Dank an das Net.Law.S-Team der Nürnberg Messe, dass ich dieses Jahr erneut dabei sein und die Veranstaltung sogar aktiv unterstützen durfte. Meine Meinung gilt weiterhin: die Konferenz ist ein Leuchtturm auf dem Horizont der Veranstaltungen zu Digitalisierungsthemen und ich freue mich jedes Jahr auf und über die spannenden Diskussionen.

 

Quellen und weiterführende Hinweise:

Zum Liveticker via Twitter #netlaws

www.netlaws.de

*Ich wurde dafür nicht bezahlt und musste auch diesen Beitrag auch nicht schreiben. Er spiegelt meine ehrliche Meinung wider.

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